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07
05
Eine Schwierigkeit beim Schreiben von Hörspielen
Aus der Werkstatt von Günter Eich:

"Es ist keine Pause möglich
Pause: Die Szene ist zu Ende
es beginnt etwas Neues
Die Person, die nicht spricht, ist nicht da.
Kein stummes Spiel wie auf dem Theater.
Entscheidende Szenen, ohne daß ein Wort gesprochen wird.
Aber zum Dialog gehört die Pause, zum Sprechen gehört das Schweigen.
Muß also ein Hörspiel geschwätzig sein, einfach schon nach seinen dramaturgischen Grundgesetzen?
Ich muß also schreiben, daß die Worte das Schweigen einschließen, d. h., es muß zwischen den Zeilen ebensoviel geschehen wie in den Zeilen.
Das, was für mich Sprache ist
Sprache beginnt, wo verschwiegen wird.
Es gibt eine aussprechende Sprache und eine verschweigende Sprache.
Das Aussprechen geschieht nicht nur als Mitteilung, als Zeitungsnachricht, es geschieht auch in der Literatur.
Es gibt sogar Gedichte, bei denen der Raum zwischen den Zeilen leer ist.
Die Sprache, die ich sprechen möchte, müßte verbergen.
Leider weiß ich, daß ich diese Sprache nicht immer spreche, daß sie mir nicht immer gelingt."

1962
Aus: Günter Eich, Werke IV, S. 306 f.












 
 
16
07
10
Die Fingur
Es lacht die Nachtalp-Henne,
es weint die Windhorn-Gans,
es bläst der schwarze Senne
zum Tanz.

Ein Uhu-Tauber turtelt
nach seiner Uhuin.
Ein kleiner Sechs-Elf hurtelt
von Busch zu Busch dahin...

Und Wiedergänger gehen,
und Raben rufen kolk,
und aus den Teichen sehen
die Fingur und ihr Volk...

Christian Morgenstern, 1905












 
 
16
07
05
Tu dir net so aufmandeln
aufmandeln – bayerisch-süddeutscher Ausdruck für sich wichtig machen, sich aufspielen, sich aufregen.












 
 
16
05
22
Das heutige Schimpfwort "Kanake" stammt in seinem Ursprung vom hawaiiischen "kanaka" für "Mensch".












 
 
16
05
09
„Wie eine Eiche ist er vor uns gestanden, kraftvoll, lebendig, unverwüstlich, so schien es. Und wie eine Eiche ist er gefällt worden.“

Kardinal Ratzinger 1988 zum Tod von Franz-Josef Strauß












 
 
16
04
22
Der Akkusativ ist den Dativ sein Tod.












 
 
15
10
21
Wenn Goethe auf der A40...


"Bei Goethe reichte ein 'edel sei der Mensch, hülfreich und gut'. Den Dreiklang hat die postmoderne Gesellschaft längst um Begriffe wie 'flexibel' und 'mobil' ergänzt. Dumm nur, dass es hinsichtlich der geforderten Mobilität vor allem in Ballungsräumen oft hapert. Im Ruhrgebiet ist die A40 gleichermaßen Mythos und Martyrium, der ÖPNV dem Kollaps nah. Bei der Suche nach Alternativen entdeckt der RVR (Regionalverband Ruhr) das Fahrrad neu. Schaut man genauer hin, stellt man fest: die Pläne sind sexy."



So beginnt ein Autor mit dem Kürzel "Martini" in Ausgabe 14 des Magazins "Heimatdesign" einen Artikel über den geplanten Radschnellweg von Duisburg bis Hamm. Von Goethe über die A40 bis sexy – das muss man erstmal nachmachen, bzw. im gedanklichen Rösselsprung folgen.












 
 
15
09
14
Der horizontale Zickzack-Kreuzbruchfalz

" ... Wir falzen den Bogen dreimal waagrecht; jeweils in gegenläufiger Richtung. Den so entstandenen Zickzackfalz falzen wir anschließend noch einmal senkrecht, so dass letztlich 16 Seiten entstehen. Faltblätter, horizontaler Zickzack-Kreuzbruchfalz sind ideal, wenn Sie viel zu sagen haben, Ihnen aber nur wenig Platz zur Verfügung steht. ... "

Aus dem Produktkatalog einer Online-Druckerei. Hat's jemand verstanden?












 
 
15
09
07
Coole Forstwirtschaft
Astrein!

Ein Wort gleichbedeutend mit "cool", "geil" oder "super". Astreine Party! Klingt doch astrein!

Doch woher kommt das eigentlich? Von "astral"? Nachschlag, nachschlag (i.e. tipp tipp tipp...)

Na sowas. Es kommt aus der Forstwirtschaft. Als "astrein" bezeichnet man Holz ohne Astlöcher. Forstwirte setzen Bäume in Monokulturen gern dicht nebeneinander, damit sie alle möglichst schnell und gedrängt empor schießen und erst weiter oben Äste ausbilden. Das bringt viel astreines Holz.

Ey, diese Party ist voll auf dem Holzweg...












 
 
15
07
11
Nachbarskind klingelt bei Mama: "Wir wolln Lolli!"